Der Fingernagel – natürliches Plektrum

Alles über das implantierte Plektrum eines Gitarristen

Es gibt da einen tollen Comic-Strip (Cartoon) von Garfield:

Garfiel spielt Gitarre. John wundert sich: „Ah, ich wusste gar nicht, dass Katzen Gitarre spielen können?!“ „Sicher“, sagt Garfield, „wir Katzen sind geborene Gitarristen“ (zeigt seine rechte Tatze mit den Krallen): „wir haben naturgegeben eingebaute Plektren!“

Zur Zeit von Aguado, Sor, etc. war das unter den damaligen Gitarristen eine Streitfrage, ob mit Kuppe oder mit Nagel zu spielen sei. Irgendwo las ich sogar einmal, dass sie sich deswegen fast gekloppt hätten, so erbittert stritten die Lager um diese Frage. Manche gingen den pragmatischen Weg, Sor (?) z. B. spielte mit Nagel, den Daumen aber ohne Nagel.

Aguado war für seine Zeit schon sehr weit fortgeschritten – seine Beschreibung hat noch heute erstaunliche Gültigkeit:

„Gleichwohl sollte man beachten, dass es nicht die Nägel allein sind, mit denen ich die Saiten berühre. In diesem Falle wäre der Ton grob und unangenehm. Die Saite wird zuerst mit der linken Fingerkuppe berührt und gleitet dann bis zum Nagel; die nun zuletzt folgende Bewegung verleiht dem von der Kuppe ausgegangenem Impuls erst eine klare Tongebung. Die Nägel sollten eher biegsam sein und nur wenig über die Fingerkuppe hinausragen. Zu lange Nägel sind für die Technik hinderlich, da die Saite einige Zeit benötigt, den Widerstand des Nagels zu überwinden.“

Aus: Dionisio Aguado, Gitarrenschule, 1825

Ein Nagelton klingt nagelig: reines Nagelspiel sollten wir daher vermeiden. Ein reiner Kuppenton hat zu wenig Klangenergie. Die von Aguado beschriebene Mischung macht’s!

Dann gibt es noch verschiedene Ansätze und Ansichten über die Form des Nagels: rund oder Rampe, links oder rechts gefeilt etc. … Doch das ist schon wieder ein anderes Kapitel.

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