Neue Technologien machen das Autofahren sicherer?

Machen Mondauto-Technologien das Fahren auf der Erde sicherer?

Heutzutage haben wir überall Technologie: Auf unseren Schreibtischen, in unserer Hosentasche, in vielen Küchengeräten und es gibt auch kaum mehr ein Auto auf der Straße, das nicht irgendeine Art elektronisches System verbaut hat. Es scheint zwar so, dass diese Art der technischen Neuerungen sich schrittweise in unser Leben geschlichen haben und die richtig wichtigen Veränderungen erst im Computerzeitalter in den frühen 80er Jahren, dann aber unübersehbar, einen Platz in unserem Alltag eingenommen haben. Diese Vorstellung trügt aber.

Die Technik hat sich bereits früh in unseren Alltag geschlichen

Wir vergessen leicht, dass es bereits in den frühen 60er Jahren einen weiteren technischen Durchbruch gegeben hat, der schnell seinen Weg in die Öffentlichkeit gefunden hat: Die Slotmaschinen. Sie wurden bereits im 19. Jahrhundert erfunden, aber erst 1963 kamen dann die elektrischen Modelle mit den großen Walzen erstmal in Casinos zum Einsatz und sind seitdem nicht mehr aus ihnen wegzudenken – auch wenn sich seither mächtig viel verändert hat und sich im Inneren der Kisten keine Räder mehr drehen, sondern alles digital gesteuert wird.

Mit diesem „Benz Patent-Motorwagen Nr. 3“ unternahm Bertha Benz 1888 wagemutig die erste Fernfahrt über 100 km mit einem Auto. Quelle: Wikimedia

Beginn der große Neuerungen: Servolenkung, ABS, Navigationssystem

Beim Auto drehen sich noch Räder, aber innen ist mittlerweile auch alles digital gesteuert. Es hat sich viel getan seit der ersten Auto-Fernfahrt 1888 von Bertha Benz von Mannheim nach Pforzheim.

Obwohl bereits 1941 die Klimaanlage in Serie ging, war es doch die Servolenkung, die zehn Jahre später einer Generation von Autofahrern erst das Leben so richtig erleichtert hat. Endlich war das Drehen in drei Zügen wegen kein Kurbel-Kraftakt mehr, oder zumindest keiner, bei dem man ins Schwitzen gerät. 1966 war das Geburtsjahr des ABS-Antiblockiersystems, was heute auch aus keinem Fahrzeug mehr wegzudenken ist. Aber so richtig den Weg in die „Auto-Automation“ hat der Einbau der ersten GPS-Navigationsgeräte geebnet, die 1990 in Serie gingen. Ab diesem Zeitpunkt war das Auto nicht mehr nur ein Verkehrsmittel, in dem man alles selbst steuern musste, mehr und mehr nahm die Technologie einem die Arbeit ab. Schließlich konnte man im letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts bereits ohne Straßenkarte in Urlaub fahren, das Auto wusste den Weg.

Lenken neue Technologien vom Fahren ab?

Das Navigationssystem war nur der Anfang. Durch die technischen Möglichkeiten, die der Monitor im Autocockpit der Automobilbranche nun eröffnet hat, dauerte es nicht lange, bis Unterhaltungsmedien für Mitfahrer ihren Weg ins Fahrzeuginnere gefunden hatten. Dort konnten nun sämtliche Einstellungen am Wagen vorgenommen werden, Temperatur, Gebläse oder Lautstärkeverteilung verändert werden und auch die Wartungsfunktionen wurden komplett über die Bordelektronik abruf- und steuerbar. Neue Technologien helfen durch eine Rückwärtskamera heute schon selbstverständlich beim Einparken, um dem Fahrer genau anzuzeigen, wie weit er noch zurück fahren kann, ohne dass dieser aussteigen muss und manche Fahrzeuge können die Kontrolle schon komplett alleine übernehmen und der Mensch auf dem Fahrersitz muss gar nichts mehr tun, sondern kann einfach die Hände in den Schoß legen, während ihn der Wagen ganz allein in die Parklücke fährt. Solange diese technischen Funktionen ausschließlich auf dem Parkplatz im Stehen oder während der Fahrt nur vom Beifahrer bedient werden und der Fahrer sich weiterhin auf die Straße konzentrieren kann, ist dies auch kein Problem, aber sobald die Aufmerksamkeit nicht mehr beim Straßenverkehr liegt, wird die ganze Technik, die das Leben leichter machen soll, plötzlich extrem gefährlich.

Forschungsprojekt „Hochautomatisiertes Fahren auf der Autobahn“ – Dr. Nico Kämpchen bei der Testfahrt (08/2011) Foto: BMW

Ist die Lösung noch mehr Technik?

Aktuelle Entwicklungstrends gehen in Richtung autonomes Fahren, in den USA fahren bereits auf Teststrecken Autos ohne menschlichen Fahrzeuglenker Probe. Tesla plant ab 2019 Autos zu verkaufen, die genau diese Funktion perfektioniert haben sollen, aber ist das überhaupt sinnvoll, wenn ein Teil der Fahrzeuge auf der Straße hochintelligent Geschehnisse auf der Strecke analysieren und gegebenenfalls Unfälle verhindern kann? Kann der Spurassistent erkennen, wenn wir von der Fahrbahn abdriften? Hilft der Bremsassistent dem Fußgänger oder Fahrradfahrer wirklich, damit er nicht auf der Windschutzscheibe klebt, nur weil der Fahrer unachtsam war?

Es ist wirklich gefährlich, das Bedienen von Smartphones und Tablets am Steuer, was daher gerade jetzt erst gesetzlich verschärft wurde! Ein erster Schritt, der sich erstmal wie ein Rückschritt anfühlt, wurde von Apple in seinem neuen iOS-Betriebssystem als „Feature“ verkauft: Abschalten aller Funktionen während der Fahrt. Das Handy soll nichts mehr tun, keine Nachrichten mehr anzeigen und auch nicht mehr klingeln, solange der Fahrer unterwegs ist. Dabei ist das eines der einfachsten Dinge, die jeder selber machen kann: Während der Fahrt das Handy auf stumm schalten, weglegen (Hallo Handschuhfach!) und erst nach dem Parken wieder rausholen. Das kann sogar das gute alte Nokia 6110.

Autofunk für unterwegs

Funk im Auto bietet mehr Sicherheit!

Erwähnen möchten wir noch das oft vergessene Thema Autofunk, das ab den 80ern in die Autos Einzug hielt. Sowohl CB-Funk als auch Amateurfunk. Staus, Blitzer, Umleitungen, Frage an Ortskundliche … all das ermöglicht Funk im Auto. Während Autofunk in Deutschland abnimmt, erfreut sich der Funk im Auto im restlichen Europa, den USA, Japan, Asien etc. ungebrochener Beliebtheit.

Dabei bietet das Thema Autofunk soviele Möglichkeiten:

Ab Juli 2020 gelten in Deutschland allerdings neue Vorschriften für Funk am Steuer. Doch gibt es bereits heute schon Autofunk-Lösungen wie Bluetooth-Freisprecheinheiten, Lenker-Sendetasten und einiges mehr. Bis in 3 Jahren wird sich noch vieles tun, um den Funkspaß im Auto

Machen Mondautos unser Fahren sicherer?

Schon bald vielleicht wird der Audi Lunar Quattro das zurückgelassene Mondfahrzeug der Apollo-17-Mission besuchen.

Künftig werden auch wieder bemannte und unbemannte Mondfahrzeuge auf unserem Erdtrabanten fahren. Der Autobauer Audi hat mit dem deutschen Team PTScientists eine Kooperation. Audi speist viel von seiner Erfahrung und Auto-Technologie in den Mondrover der PTScientists ein. Audi möchte erfahren, wie sich seine Technologie auch auf dem Erdtrabanten unter extremen Bedingungen bewährt. Denn, was auf dem Mond gut fährt, kann auf der Erde schon mal nicht schlecht sein, oder?

 

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