„Zeppelin auf Kurzwelle“ – Ham Radio 2017

Ham Radio 2017: Zeppelin über Kurzwellenbeam

— Ein kurzer Abriss ohne Filmriss –

Auf APRS war die Hölle los und über dem Kurzwellenbeam schwebte ein Zeppelin: Ein reizvoller Reim auch fürs Auge. Für mich als HAM Radio-Neuling bot sich eine pittoreske Poesie aus Funkern, Makern, Fliegern, hör- und sichtbaren Signalen aller Art sowie Besuchern aus ganz Europa und auch der USA.

Auf 145.5 (sonst dank überbordender Relaisflut meist tote Hose) brach die Funkepidemie aus und sprang gleichermaßen auf 145.550, -.600 usw. über. Auch auf DSTAR herrschte reger Betrieb. Da die Modulation doch etwas „versoffen“ klang, schaltete ich lieber auf stumm. Für mich steht nun fest: ich gehe auf DMR da bessere Modulation als DSTAR. Das trifft sich auch gut mit weiteren Entwicklungen, siehe „Wish & Touch“ mit DMR und Android.

Bereits auf der Hinfahrt zeichneten sie viele Linien und Symbole auf der APRS-Karte ab und kulminierten zu hunderten in Friedrichshafen. Einige Autos konnten als Ham-Radio-Pilger gar nicht übersehen werden auf den ersten Blick … und Wiedersehen macht Freu(n)de: Unser Bus wurde sowohl auf der Hin- als auch Rückfahrt von einem Fürstenfeldbrucker OM überholt, ein wahrer Stachelträger, das Dacht gespickt mit Antennen aller Art, darunter die ATAS von Yaesu.

Handfunkgeräte mit Wish & Touch

10 Jahr nach Einführung des iPhones wäre es doch endlich einmal an der Zeit, dieses intuitive und haptische Bedienkonzept auf Handfunken zu übertragen. Oder noch einen Schritt weiter: Wish & Touch, Funk und Smartphone in einem Gerät zu vereinen!

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • leichte Eingabe und Verwaltung von Kanälen und Frequenzen
  • APRS-Stationen live am Funkgerät sehen und per Fingertouch mit ihnen verbinden
  • selber APRS übertragen: Standort und Kurznachrichten
  • Fotos aufnehmen und per Funk übertragen
  • WhatsApp oder dergl. Chat-Apps über echten Funk betreiben
  • Einfach Nachrichten schreiben und empfangen über APRS, Packet Radio ….
  • Erreichbar über Funk und Mobilfunk

Die Bedienfunktion der aktuellen Handfunkgeneration stammt aus den 90ern. Sehnsüchtig nach einem modernen Handfunkgerät getrieben, steuerten DL4STE und ich durch die Hallen. Fündig wurden wir bei den Kleinen, den jungen Wilden, den Rebellen. Nicht bei den etablierten, gesättigten, saturierten Herstellern!

„Wish & Touch“ fanden wir dann nicht am Strand aber am Stand vom ÖVSV: Kurt (OE1KBC) demonstrierte uns das RFinder Smartphone-Touch-Funkgerät, siehe auch hier: http://qrznow.com/rfinder-android-dmr-radio-review/ Der ÖVSV lässt bei dem Projekt seine Erfahrungen und Anregungen einfließen, gebaut und vertrieben wird es von RFinder LLC aus New York, die auch vertreten waren. Einige OMs mit dem Vorgängermodell konnte man auf der Messe erblicken. Das Gerät läuft unter Android, kann Funk (DMR, 70 cm) und Mobilfunk, hat eigene, adaptierte Apps, ist wasserfest (und drinkfest) und verfügt über einen großen (ca. 5“) Touchbildschirm sowie eine 13 MP-Kamera.

Noch etwas versteckt, aber den Prototypen schon in der obersten Vitrine ausgelegt, zeigte sich Hytera mit einem ganz ähnlichen Konzept: die Hytera PDC7-Serie vereint Smartphone und Funkgerät mit einer Menge Funktionen („Features“), DMR ist nur eine davon. Wird Ende des Jahres erhältlich sein: http://www.funkhandel.com/Hytera-PDC7

Wermutstropfen: beide SmartphoneFunkgeräte haben (noch) keine 2 m 🙁 Soll aber kommen …

Motorradfunk

Hytera erwies sich auch weiterhin als innovative Fundgrube und stellte uns sogleich noch die bislang in Europa unveröffentlichte Konzeptstudie eines modernen Motorradfunkgerätes vor. Große Freude! Denn wir sind begeisterte Motorradfunker.
Weiterhin ein Videohandmikrofon, Bluetooth fürs Auto und und und … Hytera erwies sich für uns als absoluter Überraschungshersteller mit einer ganzen Schatzgrube moderner und innovativer Funkanwendungen!

Mastmontage

Also Mastphobiker („auf meinem Dach kein Mast solange meine Füße unter meinem Tisch stehen“) elektrisierte mich Wimo mit einer Mastmontage an der Garage. Die Idee äußerte bereits befreundete OMs, der optische Eindruck überzeugte endgültig. Auf dem Flohmarkt der Ham Radio wurde mir ein wunderbarer, stabiler Schiebmasten weggeschnappt, so dass ich mich nach der Sommersaison auf die Suche nach einem 6–8 m Schiebemasten machen werde. Stabil ohne Abspannung. Auf den Masten sollen dann: UHF/VHF, 10/11m und HAMnet. Ferner soll der Masten als Aufhängepunkt für ein KW-Kabel dienen.

Weltraumfunk

Auch das spannende Thema Funk im Weltraum war vertreten sowohl durch Hersteller als auch Vorträge auf der SDR-Akadmie. Die SDR-Akademie bot eine Reihe sehr spannender Vorträge mit hochkarätigen Referenten, teils aus den USA. Gespannt lauschten wir einem AMSAT Deutschland-Vortrag von Mario Lorenz über die Implementierung von SDR-Technologie in der Bodenstation Bochum zum Empfang von Signalen weit entfernter Sonnensystemsonden und deren Weiterleitung an die NASA.

APRS und 145.5

Geärgert hat wieder einmal die Problematik, dass APRS ausgerechnet auf die mobilen Frequenzen 145.5, 145.55 etc. „reinfunkt“. Es waren extrem viele Stationen mobil unterwegs auf APRS und auf 145.5 + ….
Leider waren dann nicht immer nur diese Stationen zu hören, sondern mitten drin auch immer wieder APRS-Baken …

 Das ist ein „Baken-Debakel“ 😉 

Mit Interesse hab ich den Beitrag aus der letzten CQ DL von Rolf Behnke, DK4XI, über Amateurfunk und APRS im Wohnmobil gelesen. Seine Feststellung „unterwegs ist man auf 145.500 MHz standby“ spricht mir aus der Seele! Ich bin ein überzeugter Freund eines Mobilistenkanals für Austausch und Hilfestellung auf der Straße. Technisch ist es zudem kein großer Aufwand, sich unterwegs mobile APRS-Stationen anzeigen zu lassen und sie gezielt anzurufen. Der mobile Fahr- und Funkspaß wird nur leider etwas getrübt durch diese Umstände. Habe mich mit Rolf darüber ausgetauscht. Er meint, dass er daher nur noch APRS über Kurzwelle macht, auf 10147,6 Mhz.  >>  Rolf war übrigens auch auf der Ham Radio … in der Womo-Abteilung.

Fußschalter

Endlich „Hände frei für nebenbei“: Nach längerer Suche auf der Ham Radio fündig geworden, ein guter und günstiger M-FS Fußschalter fürs Tischmikro (Standmike) der Firma INRAD. Dazu verschiedene Adapter für diverse Hersteller und Normen. Alternativ gehen auch Fußschalter von Nähmaschinen oder elektronischen Klavieren. Der Fußschalter selber ist also weniger der Dreh- und Angelpunkt. Vielmehr das Dilemma, dass es nur wenige Standmikes mit Anschluss für Fußschalter gibt. Die INRAD-Adapter ermöglichen hier hohe Flexibilität. Ansonsten selber bauen 😉

73 von DL7MU, am Mike der Uli

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