Sonne, Schutz und Schatten

Die Sonne scheint – das tut der Seele gut, aber der Haut schlecht. Der schwarze Hautkrebs ist ein „wachsendes Problem“, meint nicht nur die Sendung quer, sondern auch die Uniklinik Erlangen.

 

Sendung „quer“ – Riskanter Sommer in der Stadt

In einer super Sendung brachte das Magazin Quer pünktlich zum Sommeranfang einen Beitrag über Schutzlosigkeit vor Strahlen in der Stadt. Problem: zu wenig Schattenoasen.

Während unvernünftige Sonnenanbeter („wenn man Sonnenanbeter ist, ist man Sonnenanbeter“, „in meiner Kindheit gab’s auch keine Sonnencreme“, „ich mach mir da keine Gedanken“) jeden Alters sich auf den Isarbänken brutzeln lassen, suchen Wissende Schatten: eine junge, sehr hellhäutige Frau, eine Kindergärtnern im Münchner Arnulfpark. Jedoch: Nirgendwo Schatten in der Stadt.

Es fehlt an „Schattenoasen“, der Spielplatz dagegen eine „Sonnenwüste“. Schutz vor Sonnenstrahlen fanden in der Stadtplanung bislang nicht „Stadt“ – anders als in Australien: beschattete Schulhöfe, überdachte (Schul)bushaltestellen, Sonnensegel über Parkbänken. Daher fordert das Bundesamt für Strahlenschutz Schattenoasen in der Stadt. Und die Kindergärtnerin fordert generell ein Umdenken. „Schatten aus der Tube“, nennt Moderator Christoph Süß Sonnenschutzcreme und fügt hinzu „wer allzu braun ist, sieht ohnehin arbeitslos aus“  😛

Braun ist ungesund

„Schatten aus der Tube“, nennt Moderator Christoph Süß Sonnenschutzcreme und fügt hinzu „wer allzu braun ist, sieht ohnehin arbeitslos aus“  😛 Noch immer hält sich die Vorstellung von der coolen Sommer-, Sonnen- und Urlaubsbräune. Doch dieser Trend fördert nicht nur Leberflecken und Muttermale, sondern auch Melanome. Die Sonnenanbeterei kostet Leben. Jedes Jahr mehr!

Warum?

Die Sonne sendet nicht nur unser sichtbares Lichtspektrum, sondern auch außerhalb davon: Infrarot- und UV-Strahlen. Daher haben Lichtgeräte gegen Winterdepression einen UV-Filter. UV-Strahlen schädigen den Zellkern und somit das Erbgut. Auf Dauer entsteht so Hautkrebs. Muttermale, Leberflecken, Altersflecken … all das geht auf die Ultraviolette Energie zurück.

Schützen!

Dagegen kann und muss man sich schützen!

Augen: Sonnenbrillen mit UV-Schutz, normale Brillen mit UV-Schutz

Haut: UV-Schutzkleidung, lange Kleidung, Hautcremes mit UVA- und UVB-Schutz

Schatten: Schatten bietet Schutz, jedoch 70 % der Strahlung gelangt auch dort hin. Ebenso durchdringt UV-Licht auch Wolken!

Bade-Shirt beim Baden und Schnorcheln gegen Sonnenbrand am Rücken

Die Wissenschaft ist sich übrigens nicht ganz sicher, ob Sonnencremes Hautkrebs verhindern können. Der Beste Schutz ist immer noch, Mittags Sonne meiden!

Schutz mit Schatten

Vor der gefährlichen Sonnen-UV-Strahlung schützt Schatten. Anders als beim Gewitter, wo man Bäume meiden soll, gilt es bei Sonne Bäume als Schattenspender aufzusuchen. Ob beim Badeplatz unterm Baum oder Parkplatz im Schatten, die Sonne wandert allerdings, bitte berücksichtigen. „Mitwandern“ oft nicht möglich, da der Platz nebenan belegt. Daher rechtzeitig einkalkulieren 😉

Künstlichen Schatten spenden auch:

  • Sonnensegel
  • Markisen
  • Strandschirme
  • Terrassenschirme

Wichtig ist, dass die Markisen, Schirme und Segel aus UV-absondernden Stoffen bestehen. Gütesiegel und Herstellerangaben beachten! Auch sollte man beachten, dass rund 70 % der UV-Strahlen auch im Schatten durchkommen. Sonnenschutz auch im Schatten tut also not, auch wenn Schatten selber schon Schutz vorm dem Schein zu sein scheint 😉

Schutz mit Schlamm

Schlamm ist ein natürlicher Sonnenschutz, Mensch und Tier nutzen ihn. Was auf den ersten Blick vielleicht nach *wuärgs* klingt, ist auf den 2. Klick gar nicht so dumm. Einige Naturvölker nutzen den Schlamm als Schutz, obwohl sie sowieso dunkelhäutig sind. Denn auch dunkle Haut ist kein rundum-Sonnensorglos-Paket! So wissen wir auch von Zulu-Frauen, die ihr Gesicht mit Schlamm zum Schutz vor der intensiven afrikanischen Sonne bestreichen. Denn auch dunkle Haut schützt nicht automatisch vor Schäden. Auch Dunkelhäutige können leider Muttermale und Melanome bekommen! Hellhäutige sind natürlich deutlich mehr gefährdet. Auf Expeditionen in südlichen Gefilden, wenn die Sonnenmilch ausgeht, könnte Schlamm oder Sand vielleicht eine Nothilfe sein. Der Schlamm sollte allerdings keimfrei sein und nicht als dem letzten Malaria-Sumpffieber oder Würmerbrutherd.

Auch Tiere schützen sich mit Schlamm. Elefanten sind zwar als „Dickhäuter“ bekannt, haben aber eine sehr sensible Haut zu schützen. Daher wälzen sich Elefanten gerne im Schlamm als Sonnenschutz. Der getrocknete Schlamm legt sich über die Tiere als Art Schlamm-Maske. Ebenso brauchen auch junge, schweinchenrosa Ferkel Sonnenschutz mit einer Schlammschicht. Die kleinen Ferkelchen suhlen sich mit ihrer Mutter nach Herzenslust im Schlamm und schützen sich so.

Sonnenschutz mit Bart und Haaren

Ein natürlicher Sonnenschutz indes ist unser Körperhaar: Kopfhaar, Barthaar, Körperbehaarung. Männer mit Glatze riskieren ohne Schutz Sonnenschäden auf der Kopfhaut, wie man mit bloßem Auge bei vielen Köpfen sehen kann. Denn Kopf, Nasenrücken, Ohren, Schulter, Arme sind die klassischen Sonnenterrassen, wo sich oft Lichtschäden (Freckles), Altersflecken, aktinische Keratosen und andere unschöne oder gar gefährliche Hautschäden bilden. Männer mit lichtem Haar oder Vollglatze müssen sich daher mit Kappen und Mützen vor Sonne schützen – oder der Haarpracht nachhelfen 😉

Ebenso schützt der Bart des Mannes vor Kälte aber auch vor UV. Gerade zu Zeiten, wo der Mann noch viel draußen unterwegs war als Jäger und Sammler, war Körperbehaarung und ein voller Bart ungemein nutzvoll.

UV-Belastung nimmt zu?

… ein älterer Berufsfotograf um die 60 berichtetet uns, dass die Lichtintensität im Vergleich zum Berufsbeginn um eine ganze Blende zugenommen hat! Das ist enorm! Also auch heute zu Zeiten zunehmender Hautkrebsdiagnosen und UV-Belastung kann also ein Bart nicht nur schick sein, sondern auch schützen. Dir wächst kein schöner Bart? >>Hier erfährst Du, wie du einen volleren, dichten Bart bekommst!

Links & Literatur

Sendung quer: Hautkrebsgefahr – riskanter Sommer in der Stadt

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