Meteorit aus „erster Hand“

Das große Bruchstück des Stubenberg-Meteoriten "aus 1. Hand"

Das große Bruchstück des Stubenberg-Meteoriten „aus 1. Hand“

„Der Himmel fällt uns auf den Kopf …!“

Die Gallier fürchteten nur eins: Dass ihnen der Himmel auf den Kopf fallen könne! Darüber schmunzeln die niederbayerischen Bajuwaren nur müde, denn sie haben vor nichts Angst, wirklich vor gar nichts. Außer der Vorstellung, Braugerste und Hopfen könnten ausgehen.

Doch was dort in der Nacht vom 6. März über dem niederbayerischen Nachthimmel geschah, ließ auch die sonst so gestandenen Bayernburschen das Fürchten lehren – der Himmel stürtze uns auf den Kopf!

Halb Niederbayern hielt den Atem an – ein Meteor zog mit bedrohlichem Feuerschweif über den Himmel und dem Kernkraftwerk Isar hinweg.

„Helle“ Aufregung

Zahlreiche Anrufe bei der Polizei gingen ein aufgrund des „UGO“ (unbekanntes glühendes Flugobjekt). Das Wochenblatt schrieb:

„Helles Licht am Himmel beim Kernkraftwerk Isar sorgt für Aufregung in Niederbayern“

Und N-TV schrieb:

„‚Ungewöhnlich helles Licht‘ Polizei kontaktiert Kernkraftwerk
Aufregung in Niederbayern: Mitten in der Nacht melden sich besorgte Anrufer bei der Polizei.“

Kurz Zeit später konnten die Bruchstücke von Meteoritensammlern unter der Anleitung von Dieter Heinlein gefunden werden.

Als ich über den Verteiler des Landshuter Astronomiestammtischs erfuhr, dass Heinlein nach Landshut käme zu einem öffentlichen Vortrag, durfte ich diesen natürlich keinesfalls versäumen! Vor gut gefüllten Reihen referierte der renommierte Meteoritenjäger Dieter Heinlein in den Räumen des Gymnasiums Seligenthal in spritziger, witziger und charmanter Art über die letzten großen Meteoritenfunde in Bayern und ihre Suche danach.

Darunter „fällt“ der Neuschwanstein-Meteorit und eben das jüngste „Glanzlicht“ am bayerischen Himmel, der Stubenberg-Meteorit.

Spannung! … SoKo „Meteoritenfall Niederbayern“ ermittelt!

Der ganze Saal hielt vor Spannung die Luft an, als Experte Dieter Heinlein die Jagd nach dem Himmelskörper nachzeichnete und beschrieb, wie akribisch und detektivisch die Untersuchung abläuft. Über die Auswertungen der Kameras des Feuerkugelnetzes sowie Amateurfotos nebst Augenzeugenberichten wird der Eintrittsvektor berechnet sowie Flug und Fallschneise nachgezeichnet.

Hierbei müssen sogar die Winde des Jetreams einkalkuliert werden, die die Bruchstücke über ein weites Feld außerhalb der eigentlichen Eintrittsschneise verblasen.

Haben Experten richtig ausgewertet und korrekt kalkuliert, so verbleibt am Ende ein scharf umzeichnetes Gebiet, an welchem der Meteor-Fallout runtergekommen sein muss! Und so war es dann auch – Chapeau!

Während wir das große Bruchstück „aus erster Hand“ nur visuell bestaunen durften, konnten wir an einem anderen Meteoriten auch selber Hand anlagen: Ein spannendes Gefühl, mit einem „echten Außerirdischen“ auf Tuchfühlung zu gehen.

Uli.Versum meint:

„Von mir aus kann gerne öfter ein außerbayerischer Botenbringer vorbeischauen und tolle Geheimnisse aus dem Weltall mitbringen!“

Links & Literatur

Klar, dass so ein Ereignis nicht nur am Himmel seine „Spuren“ hinterlässt:

Ein Kommentar auf “Meteorit aus „erster Hand“”

  1. Markus Hofmann sagt:

    Interessanter Text, Uli-Versum! 😉

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