Total cool: Fotos über Funk

Eine reizvolle Spielart des Funksport ist es , Fotos über Funk zu versenden, vor allem mobil mit einem Handfunkgerät. Hierzu braucht es digitalen Datenfunk. Diese Möglichkeit bieten derzeit:

Icom mit DSTAR

Mit einer Icom-App koppelt man das Smartphone mit einem Icom-Funkgerät und kann mittels DSTAR Fotos, Texte und Karten/Positionen funken. Das Handfunkgerät fungiert hier als Modem.

Vorteile: 

  • Moderner Amateurfunk – Kopplung Smartphone (Kamera, Fotos, schnelle Texteingabe)
  • Unabhängiges System der Datenübertragung, auch wo kein Mobilfunknetz besteht
  • Schnell getippte Begleittexte über Smartphone-Tastatur

Nachteile:

  • DSTAR = niedrige Übertragungsgeschwindigkeit
  • Empfangene Fotos lassen sich nur am Smartphone anschauen
  • Icom-Funkgeräte haben nur schwarz-weiß-Displays
  • Die Icom-Handfunkgeräte müssen über Kabel ans Smartphone gekoppelt werden (!)
  • Nur die Icom-Autofunkgeräte lassen sich über Bluetooth mit dem Smartphone koppeln
  • Icom-App nur für Android

Yaesu mit C4FM

Yaesu bietet mit seinen Funkgeräte und dem digitalen C4FM-Modus ebenfalls die Möglichkeit, Fotos über Funk zu versenden.

Vorteile:

  • C4FM = schneller als DSTAR
  • Farbdisplay an den Yaesu-Funkgeräten, Fotos können dort direkt angesehen werden
  • Handmike mit Kamera vorhanden
  • Fotos werden am Funkgerät selber auf Speicherkarte abgelegt

Nachteile:

Yaesu bietet keine App und auch keine Möglichkeit, seine Funkgeräte mit einem Smartphone zu koppeln.

Und bei DMR?

Für DMR gibt es diese Möglichkeit leider (noch) nicht. Zwar gäbe es kombinierte Smartphone-Funkgeräte von Hytera oder RFinder in DMR – aber leider kann man die gemachten Fotos nicht über Funk/DMR versenden. Auch das neue Anytone mit Bluetooth lässt sich leider nicht mit einem Smartphone koppeln.

Fazit

Leider hinkt der Amateurfunk, einstmals Trendsetter, immer noch den aktuellen technischen Möglichkeiten hinterher.

Gute Ansätze und Ideen werden nur halbherzig und wenig durchdacht umgesetzt. Icom geht im Ansatz einen guten Weg, aber geht ihn leider nicht zu Ende. Es ist nicht nachvollziehbar, warum Icom die Bluetooth-Kopplung nur für seine Autofunkgeräte vorsieht – bei Handfunkgeräten soll man mit Kabel koppeln – umständlich und nicht zeitgemäß. Und dass es die App nur für Android gibt, ist ein weiteres KO-Kriterium für viele Andwender.

Auch Yaesu hat seine Lösung nicht zu Ende gedacht. Warum kann man nicht Fotos im JPEG-Format senden, sondern muss diese erst umständlich umformatieren, auf einer Speicherkarte ablegen und bekommt sie über diese Irrwege erst auf das Funkgerät? Viel freundlicher wäre es gewesen, Fotos direkt vom PC oder Smartphone in gängigen, originären Formaten auf das Funkgerät zu übertragen. Das hätte die Sache attraktiv und reizvoll gemacht. So ist es leider auch wieder ein Rohrkrepierer.

Die Hersteller statten die Funkgeräte immer mehr mit Bluetooth aus, vergeben gleichzeitig die Chance, BT für das Koppeln mit Smartphones freizugeben. Das ist mehr als bedauerlich. Es wäre nur eine kleine Sache, in der SW Bluetooth hierfür einzurichten.

Insgesamt bleibt die Idee, Fotos über Funk zu senden, mit etablierten Herstellern unbefriedigend. Eigene Lösungen müssen her.

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