Projekt „Funkkrad“ – Funk auf dem Motorrad

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Funk auf dem Motorrad (auch Roller, Moped): Systeme, Hersteller, Ausstatter – für PMR-, CB-, Amateur- und BOS-Funk (Polizeifunk, Feuerwehr, Rettungskräfte …)

Funk auf dem Motorrad ist faszinierend – und hat eine lange Tradition. Anfangs waren es vor allem motorisierte Polizei- und Militäreinheiten, die mit Motorradfunk ausgerüstet wurden. Spätestens mit Einführung des CB-Funks wurde das Thema populärer, in jüngerer Zeit durch frei verfügbaren Jedermanns-PMR-Funk. Auch unter Amateurfunkern finden sich Enthusiasten, die ihr Motorrad mit Funk ausstatten. Goldwings wiederum haben auf Wunsch ab Werk bereits ein CB-Funk-System eingebaut.

Ich stelle hier verschiedene Funklösungen fürs Motorrad (auch Roller, Moped) vor, zudem mein „Projekt Funkkrad“.

Was ist ein Funkkrad?

Ein Funkkrad ist ein Motorrad, das mit Funk ausgestattet ist. Im üblichen bezeichnet(e) man damit Funkmotorräder von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten (BOS). Funkkräder beim Militär und der Polizei gibt es schon sehr lange. Hier ein sehr schönes Foto eines australischen Polizeifunkmotorrads von 1956, noch mit Handhörer!  Nun wissen wir, woher die Funkersprache vom allgemeinen „Anruf“ stammt ?. 1975 dann die Einführung von Helmsets. Funkkräder sind üblicherweise mit UKW-Funkgeräten (heute: UHF/VHF) ausgestattet: Wenig Störanfällig mit guter Reichweite und guter Verständigungsqualität sowie recht kurzen Antennen.

Funkkräder bei Einsatzkräften (Polizei, Rettungskräfte, Feuerwehr (BOS))

Funkmotorräder werden als Geleitschutz bei Staatsbesuchen (hier auch mit repräsentativer Funktion) oder als Kradmelder bei Militär und Feuerwehr eingesetzt. Hier stellt die Feuerwehr Sendling ihre Funkkradstaffel und Kradmelder vor:

Hier präsentiert der Polizist sein Polizeitmotorradfunk – interessant, das Funkgerät hat eine eigene Batterie …

BMW Motorrad schreibt über sein „Behörden- und Sonderfahrzeuge R 1200 RT-P“: „Analoge- und digitale Funk-Endgeräte können parallel verwendet werden und sind im elektrisch entriegelbaren Funkkasten sicher verstaut.“ Der „Funkkasten“ ist eine Art Topcase am Heck. Ebenso bietet BMW als Polizeimotorrad das Modell R 900 RT. Die Steuerung des Fukgerätes an der BMW erfolgt am Lenker per Satellitenschalter und Lenkerschalter.

Die Volkspolizei der DDR hatte das Funkkrad ETZ 250 im Einsatz. Das Funkgerät befand sich in einem Kasten hinter dem Fahrersitz. Funkkräder mit Vollverkleidung (F)  hatten eingelassene Druckkammerlautsprecher. Am Armaturenbrett ist eine Anschlussbuchse für die Helmsprechgarnitur des Funkgeräts.

Ebenso wie Feuerwehr und Polizei generell auf Digitalfunk umgerüstet werden, so auch die Polizeimotorrad-Flotte, was allerdings zu teuer erscheint: „Die Reduzierung der Motorradpolizisten habe auch mit der teuren Neuanschaffung von Fahrerausrüstungen und digitalfunkfähigen Motorrädern zu tun.“ (Kölner Stadt Anzeiger).

Motorradfunk, ein Nischenthema?

Insgesamt schade, dass das Thema Funkgerät auf dem Motorrad so ein Nischenthema fristet und Yaesu das einzige Motorradfunkgerät für den freien Markt vom Markt nehmen musste. In den USA hat das Thema Motorradfunk einen ganz anderen Stellenwert! Hier gibt es sogar einen eigenen Funkamateurverein für Motorradfahrer: Motorcycling Amateur Radio Club!

Der Einsatzbereich ist dabei weit gefächert, vom Gruppenfunk in der Kolonne (Direktfunk), bis hin zum mobilen Relaisfunk bis hin zum Notfallfunk gibt es zahlreiche Einsatzmöglichkeiten für ein Funkgerät auf dem Motorrad. Im CB-Funkbereich gibt es immer mehr Baustellenwarnbaken auf Kanal 9 („Truckerkanal“). Fahrschulen nutzen ebenso PMR-Funk wie auch einige Motorradgruppen. Hier könnte man untewegs Kontakt zu anderen Motorradlern aufnehmen. Im Amateurfunkbereich ist weitreichender Relaisbetrieb möglich. Funkamateure sind oft überrascht, mit jemanden auf einem Motorrad ein Gespräch zu führen. Das ist mal was anderes.

Das Funkkrad-Projekt:

Ein Motorrad mit UKW-Funkgerät im Stile eines US-MotoradCops oder eines deutschen Kradmelders ist (m)ein alter Traum. Viel probiert, studiert und getüfftelt habe ich:

Die Komponenten

Das braucht man alles:

  • Funkgerät
  • Bedienteil, alternativ: Lenkerschalter
  • PTT-Taste am Lenker
  • Helmsprechgarnitur + Anschluss (Kabel o. Bluetooth-Adapter/Modul)
  • Motorradfunkantenne + Montagekit
  • Zubehör: Kabel, Stromversorgung, Entstörung …

Lastenheft (lose Sammlung)

Wünsche & Anforderungen an den Funk auf dem Motorrad, Anfoderungen Motorradfunk Funkkrad:

  • Hände frei: VOX zur Sprachsteuerung und zum Senden
  • oder: abgesetzte wasserfeste PTT-Taste am Lenker
  • Vorteil kabelfrei: bluetooth-PTT-Taste (Sendetaste) (einfach Helm ab und Helm drauf)
  • ggf. Bluetooth-Adapter wenn PMR-Funkgerät ohne Bluetooth-Modul
  • Gegensprechtauglich mit Sozius
  • mit Radio
  • Kopplungsfähig mit Handy, Navi oder Interkom-Anlage
  • Stromanschluss 12 V-Zigarettenanzünder oder Bordnetz ggf. mit Entstörung, Anschluss Bordnetz + Ladefunktion
  • Einfache Montage
  • Einfache (Fern)bedienung: Bedienteil am Lenkerschalter oder Lenkerschalter oder VOX, Lenkerfernbedienung zur Steuerung
  • Helmset – Bluetooth + Kabel Flach im Helm: darf nicht drücken, darf nicht ausreißen beim Helmabziehen
  • Microphone: Mundmikrophone vs. Kehlkopfmikrophone
  • gute Sprachqualität (Windgeräusche)
  • Interkom-Anlage (kabelgebunden, kabellos, bluetooth-kopplung), Gegensprechanlage Interkom
  • Headset-Lösung für Integral- und Klapp- /offene Helme // Helmsprechgarnituren
  • angenehme flache Kopfhörer, die nicht weh tun
  • In-Ear-Ohrhörer mit gleichzeitigem Gehörschutz vor Helmwindgeräuschen
  • Lenkerhalterung, Halterung, Fernbedienung
  • einfache (Helm)montage
  • intuitive Bedienung
  • entstörter Betrieb
  • Anschlussbuchse für eine Helmsprechgarnitur (oder über Bluetooth)
  • Bedienbarkeit mit Motorradhandschuh
  • Gehörschutzkompatibel, gehörfreundliche Lautstärke
  • Bordkommunikation-Integration-Interkom: Vielseitigkeit Weiche zw. versch. Geräten
  • Anschluss Smartphone, Parallelbetrieb von Smartphone, Funk, Navi …

Anforderung Fernbedienung

Goldstandard wäre es, das Funkgerät vom Lenker aus zu bedienen. Alternativ ginge es, ein Handfunkgerät für den Lenker zu nehmen oder eine Bedienung über Lenkertasten. Hier gäbe es allerdings keinen Anzeige, was sich aber über Sprachsteuerung ausgleichen lässt.

Wichtig ist in jedem Fall:

  • Bedienbarkeit mit Motorradhandschuh
  • Wasserfestigkeit
  • Stabile Montage am Lenker oder der Armatureneinheit

Ein Bedienteil am Motorradlenker sollte folgende Funktionen haben:

  • Anzeige (Kanal, Frequenz, Lautstärke, Rauschsperre …), beleuchtet, dimmbar
  • Kanal-/ Frequenzwahl über Drehregler oder Tasten
  • Rauschsperre über Drehregler (bei Digitalem Funk oder digitalem Squelch unrelevant)
  • Lautstärke über Drehregler
  • Funktionsswitch, z. B. von UKW-Radio auf UKW-Funk
  • Zugriff auf programmierte Kanäle
  • An-/Aus
  • Ggf. Modulationswahl (bei CB-Funk)

Wasserfestigkeit!

Da ein Motorrad, Moped, Roller offen ist, bekommt das Thema Wasserdichtheit eine besondere Bedeutung:

  • Funkgerät: entweder wasserfest oder wenigstens spritzwassergeschützt (IP xxx) oder im Motorrad verstaut oder in der Kleidung getragen
  • wasserdichte Stecker und Kabel
  • wasserfeste PTT-Taste
  • selbstverschweissendes Gummiband zum Abdichten von Antennensteckern im Außenbereich
  • PL-Fuß mit Abdeckkappe-Regenschutz
  • Wasserfestes Bedienteile oder als Alternative: Funkgeräte mit abnehmbaren Bedientteil kaufen und Bedienteil wasserfest machen:z. B. wasserfester Einbau in ein Armaturengehäuse oder:
  • Elektronik (Funkgerät, Bedienteil) wasserfest „imprägnieren“ (versiegeln) mit Liquipel

Funkgerät am Motorrad, Moped, Roller: wohin damit?

Funkgerät montieren, unterbringen:

  • am Lenker (Handfunkgerät)
  • im Cockpit (sehr kleines kompaktes Funkgerät)
  • im Motorradbauch (Staufach, Helmfach, unterm Sitz)
  • im Funkkoffer (Seitenkoffer, TopCase)

Funkkonzept

Gedanken und Überlegungen im Überblick, welches Funkkonzept was ermöglicht und für welche Anwendung Sinn macht. Als Hilfestellung zur Frage, welches Funksystem Sie auf Ihr Motorrad verwenden möchten.

CB-Funk auf dem Motorrad:

  • Kanal 9 AM: Gespräche mit Truckern, Staumeldung, Verkehrslage, Notfallfunk, Unfallwarnung über Baustellenbaken
  • Direktfunk z. B. in der Kolonne (Motorrad zu Motorrad, Motorrad zu Auto) auf freien Kanälen
  • DX-Gespräche mit Ausland (Überreichweiten), wenn Band offen
  • Allgemeiner Anruf auf Kanal 1 bei der Suche nach Gesprächspartnern
  • Kanal 19: Gespräche mit ausländischen europäischen Fernfahrern
  • Relaisfunk, teils mit Anbindung ans FRN, über z. B. Kanäle 61, 80 u. a. …
  • bei modernen CB-Funkgeräten auch Tonruf (CTCSS) möglich
  • keine Sprachverschleierung (Scrambler) möglich
  • Fahrschule geeignet (Fahrlehrer zu Motorradschüler)
  • Betriebsfunk erlaubt (z. B. Motorradkurier)
  • Antennenlänge und Stehwellenabstimmung aufgrund 11 m-Band ungünstig. Kürzere Antennen Kompromiss zu Lasten Reichweite. Künstliche Masse ggf. nötig. Alternativ CB-Handfunkgerät.

PMR-Funk auf dem Motorrad:

  • Direktfunk in der Kolonne auf freien Kanälen
  • Kontaktaufnahme mit anderen Bikern auf den Kanälen 7 u. 8
  • Mithören von Fahrschulen z. B. auf Kanal 8
  • Relaisfunk, wenn PMR-Relais in Reichweite
  • Scrambler-Sprachverschleierung möglich für Privatfunk
  • Digitales PMR (dPMR): ca. 10 % mehr Reichweite, bessere Sprachqualität, abhörsicher
  • Tonruf wie CTCSS möglich
  • Fahrschule geeignet (Fahrlehrer zu Motorradschüler)
  • Betriebsfunk erlaubt (z. B. Motorradkurier)
  • Keine Antennenprobleme, da fest vorgegeben

Amateurfunk auf dem Motorrad:

  • Funkbetrieb klassischerweise im UKW-Bereich (VHF/UHF, 2 m, 70 cm)
  • Direktfunk mit anderen Funkamateuren (mobil, stationär) auf freien Frequenzen
  • Relaisfunk für mehr Reichweite und Kontaktaufnahme mit anderen Funkamateuren
    • z. B. übers Zugspitzrelais, Arberrelais, Relais Olympiaturm München …
    • bei digital (z. B. DMR) automatische Weiterreichung von Relais zu Relais
  • DX-Verkehr bei Überreichweiten
  • Lizenz zum Funkamateur ist Voraussetzung
  • keine Sprachverschleierung (im Amateurfunk verboten)
  • kein Betriebsfunk (im Amateurfunk verboten)
  • im UKW-Bereich in der Regel keine Antennen- und Massenprobleme ab 1/2 Lambda aufwärts

Amateurfunk für Motorrad

Sprechfunk, Relaisfunk, analog und digital

Mehr Reichweite durch Relais (so macht’s übrigens auch der BOS-Polizei-Feuerwehrfunk). Über das Zugspitzrelais z. B. hohe Reichweitenabdeckung im süddeutschen Raum. Analoge Relais weit verbreitet (meist im 70 cm-Bereich). Digital z. B DMR: automatische Übergabe von Relais zu Relais ohne Kanal-/Frequenzwechsel.

APRS Positionsfunk

Sehr reizvoll: Freunde, Familie können sehen, wo man gerade cruist ?. Eine ähnliche Funktion wie APRS bietet die iPhone-Funktion „Freunde“ – so konnte meine Family sehen, wo ich gerade rumkreuze. Unterschied zu APRS ist, dass die gefahrene Strecke nicht als Strecke eingezeichnet ist, sondern immer nur punktuell der momentane Standort. Auch kann der APRS-Positions-Link quasi jedem zur Verfügung gestellt werden, während man für die Apple-Freunde-Funktion ein Apple-Gerät benötigt.

Notfunk

In Krisensituationen bieten Funkamateure den wertvollen Dienst des Notfunks. Da auch die Feuerwehr Kradmelder hier einsetzt, wäre das auch für Afu-Funkkradfahrer in Katastropheneinsätzen denkbar!

PMR-Funk für Motorrad

PMR erfreut sich bereits seit einigen Jahren steigender Beliebtheit, auch bei Fahrschulen und Motorradfahrern („Bikern“). Auch gerade, weil die Geräte deutlich kleiner sind als CB-Funkgeräte (dafür nicht die gleiche Reichweite). Gerade erst wurden zudem weitere 8 analoge PMR-Kanäle freigegeben.

  • Digitales PMR: mehr Reichweite, bessere Sprachqualität, abhörsicher vs. analog
  • Bluetooth-Kopplung (eingebaut, Adapter)
  • Lenkerhalterung
  • VOX + PPT

CB-Funk auf dem Motorrad

das waren noch Zeiten …

CB-Funk war die erste Möglichkeit (vom komplizierten Amateur-Funk abgesehen) für die breite Bevölkerung, dem Funken nachzugehen. Zuvor gab es ein paar „Funkpiraten“, die sich illegal auf den Bändern und Frequenzen tummelten. Beginnend in den 70ern wurde das Funken sehr schnell populär mit einem Gipfel in den 80ern und frühen 90ern. Eine blühende Szene etablierte sich vom stationären Heimfunker bis zum Autofunk vor allem auch Truckern, dazu Handfunkgeräte. Auch für Motorrad / Zweirad wurden Lösungen gesucht und gefunden. Das waren noch Zeiten, als wir an unsere Simson ein CB-Mobilfunkgerät bastelten: Funke in der einen Satteltasche, 12 V-Batterie in der anderen (Simme hatte 6 V Bordspannung, Spannungswandler 6 V auf 12 V war nicht mehr aufzutreiben) CB-DV-27-Mobilfunkantenne mit DV-27 Fuß und Spiegelhalterung an den metallenen Seitengepäckträgern – abenteuerlich! Ebenso die Abstimmung der Stehwelle: übel, übel … aber hat Spaß gemacht, als „Kradmelder“ durch die Gegend zu kurven.

Auch heute gibt es für Zweiräder (Moped, Roller, Motorrad) noch ein breites Sortiment an CB-Funk-Ausstattung. Allerdings ist der CB-Funk etwas außer Mode gekommen. Auch hat das 11-Band des CB-Funks als Nachteil, dieser Frequenzbereich störungsanfällig. Bei unserer Simson hatten wir Störungen durch die Lichtmaschine. Doch dafür gibts Entstörfilter. Das lästige Rauschen kann im CB-Funk sehr stark schwanken und zum Teil sehr hoch steigen. Das ist auch (Funk)Wetter- und Jahreszeitenabhängig. Wenn das „Band aufmacht“ sind Überreichweiten möglich. Das ist zwar schön, aber man hat selber auch starke ausländische Stationen auf seinem Kanal, die man beim Motorradfahren vielleicht gerade überhaupt nicht gebrauchen kann. Die 27-MHz-Frequenz ist insgesamt also eher ungünstig. BOS-Funk und Betriebsfunk setzen daher auf UHF und VHF (Kurz- und Ultrakurzwelle). Die Sprachqualität ist besser, man hat mit weniger Sendeleistung eine höhere Reichweite und weniger Störungen. Für den Normalanwender stehen hier Freenet- und PMR-Funk zur Verfügung, allerdings mit rel. geringer Sendeleistung. Hier hat der CB-Funk den Vorteil der 4 Watt-Sendeleistung. Ganz zu verachten ist das also nicht. Wen das Thema interessiert, dem empfehlen wir daher als Ausstattung Systeme der Firma Aland/Midland: reichhaltiges, durchdachtes Zubehör, gutes Preis-Leistungsverhältnis, üblicherweise gute Qualität.

Es braucht ein System das in sich Sinn macht:

  • ein mobiles CB-Handfunkgerät
  • ggf. Stromversorgung über 12-V-Bordnetz (Zigarettenanzünder-Buchse)
  • PPT-Sendetaste für den Lenker (oder VOX-Sprachsteuerung)
  • Helmset aus Helm-Kopfhörer und ein Helm-Mikrophon + Verkabelung
  • ggf. Funkgerät-Halterung + Wetterschutzhülle
  • Mobilantenne
  • Stehwellenmessgerät
  • ggf. Entstörungsfilter/-drossel (bei modernen Maschinen nicht mehr nötig)
  • Künstliche Masse
  • Spiegelhalterung
  • PL-Fuss Abdeckkappe Regenschutz

Bezugsquellen

Funk auf dem Motorrad – Systeme, Hersteller, Ausstatter – für PMR-, CB-, Amateur- und Polizeifunk in unserem Datenblatt-Ratgeber (demnächst). Das Zusammenstellen aus einzelnen Komponenten ist mühsam, aber machbar.

… es gibt ein paar Hersteller in Deutschland, die Ihnen individuelle und durchdachte Motorradfunklösungen anbieten, oder sogar bauen/entwickeln können. Nach langem Suchen haben wir diese Firmen gefunden und Kontakt aufgenommen. Sie finden die Herstellerangaben in unserem kleinen Ratgeber „Motorradfunk“. Viel Spaß und Erfolg 😉

Das beste jemals für den freien Markt gebaute Motorradfunkgerät Yaesu FTM-10R (S/R, S/E) ist nur noch gebraucht verfügbar.

Gar nicht so selten lassen sich gebrauchte ausgemusterte Polizeimotorräder auf dem Gebrauchtmarkt finden, oft inkl. Antenne und Funkkoffer. Seltener dagegen sind Motorrad-Polizeihelme, mit Kopfhörer-Anschluss. Auch DDR-Funkkräder sind auf dem Gebrauchtmark zu erwerben, zum Teil mit komplettem Funk.

Yaesu FTM-10 – DAS Funkgerät für das Motorrad!

So stellt man sich ein Motorradfunkgerät vor!

2008 brachte Yaesu ein VHF/UHF-„outdoor“-Funkgerät für Fahrrad und Motorrad heraus, das Yaesu FTM-10R (R/E, S/E). Es hat ein wasserfestes Bedienteil, das mit einer Halterung an Fahrrad- und Motorradlenker befestigt werden kann. Die Fahrradversion S/E (10 Watt UHF, 7 Watt VHF) hat auch ein wasserfestes Geräteteil.

=> Die abgesetzte Lösung Bedienteil am Lenker –> Geräteteil im Koffer/unterm Sitz macht Sinn! Das ist echtes Funkkradfeeling 😉 Und bietet höhere Sendeleistung als 5-Watt begrenzte Handfunkgeräte.

Speziell für Motorradfahrer gibt es als Zubehör viele sinnvolle Lösungen wie eine eigene Antenne, Anntennenhalterung fürs Motorrad und ein Bluetooth-Kit zur Koppelung an das Kopfhörer-Mikrofon-Helmset. Aber auch eine Kabellösung zur Verbindung mit dem Helmset ist möglich. Zudem ist die Bedienung mit Motorradhandschuhen möglich!

=> wir haben dem Motorradfunkgerät Yaesu FTM-10 eine eigene Seite gewidmet, wo wir das Gerät und sein Zubehör speziell für Motorrad vorstellen: www.mehner.info/motorradfunkgeraet-yaesu-ftm-10s/

Beim leistungsstärkeren FTM-10 R/E ist nur das Bedienteil wasserfest. Das Geräteteil wird hier verlagert in den Bauch des Motorrads (Staufach, Helmfach, Sitzfach) oder einen Funkkoffer. Die Kabel zum Absetzen gehören zum Lieferumfang.

Der Zusatz „E“ bezeichnet die europäische Version. Der Frequenzbereich ist auf die hiesigen Amateurfunkbänder eingeschränkt und lässt sich nur per Hardware-Eingriff beim FTM-10 R/E erweitern (z. B. auf PMR-Frequenzen) durch Herauslöten eines Widerstandes. Beim FTM-10 S/E ist uns keine Möglichkeit bekannt.

Motorradfunkgerät Yaesu FTM-10 (R, S/R, S/E) kaufen!

Das FTM-10R (R/E, S/E) wurde leider aufgrund mangelnder Absatzzahlen von Yaesu bereits zwei Jahre später nicht weiter produziert, im Fachhandel erhältlich war es bis ca. 2012. Gebraucht kann man es immer wieder finden. Zubehörteile sind bei diversen Funkshops noch heute neu zu erwerben.  Yaesu FTM-10 gebraucht kaufen bei  (Link).

Es gibt in Deutschland noch einen Händler, der noch ein paar Neugeräte auf Lager hat. Die Adresse finden Sie in unserem Ratgeber-Datenblatt, siehe unten.

Alternativ: Handfunkgerät am Lenker

Ein Handfunkgerät am Motorradlenker ist ein gute Möglichkeit! Es ist klein, leicht und lässt sich ablesen und bedienen, meist auch mit Handschuhen. Leider gibt es nur für wenige Handfunkgeräte eine Lenkerhalterung, so dass man hier oft basteln muss. Manche Motorradfahrer legen ihr Handfunkgerät in einen Rucksack, Tankrucksack oder in die Motorradjacke. Dort ist es geschützt und leicht abnehmbar, aber während der Fahrt auch nicht bedienbar. Hierzu ist ein „Boxenstopp“ nötig.

UHF/VHF-Handfunkgerät am Lenker (PMR, Amateurfunk):

VX-6 mit selbstgebauter Halterung und von Ingo, DH2FFF.

Das VX-6 ist wassergeschützt nach IP … Laut Ingo ist der Doppelfunktionsknopf für Kanalwahl und … mit Motorradhandschuh greifbar.

CB-Handfunkgerät am Lenker

… folgt ..

Selber bauen!

Alternative: Funkgeräte mit abnehmbaren Bedientteil kaufen und Bedienteil wasserfest machen, z. B. wasserfester Einbau in ein Armaturengehäuse oder „Imprägnierung“ oder ein Motorradfunkgerät selber entwickeln. Gerade im Amateurfunk hätte man die Möglichkeit des Selberbaus. Mit elektrotechnischem Verständnis und Ahnung der Materie sowie Material und Gerätschaften liese sich ein Motorradfunkgerät selber bauen. Da trifft es sich gut, dass auch Maker und Funker immer weiter zusammenrücken ?

Vorstellung und Bewertung Zubehörteile

Funkantennen für Motorrad

Problem: Masse, Stehwelle, elektrisches Gegengewicht, da das Motorrad wenig Masse hat und viele Verkleidungsteile heutzutage zudem aus Kunststoff sind.

  • CB-Funk Motorrad: hier gibts eine künstliche Masse
  • UKW-Funk Motorrad: ab 1/2 Lambda kein künstliches Gegengewicht  nötig! -> Antenne mit ½ oder 5/8-Lambda braucht keine Masse/Gegengewicht, ¼-Lambda schon!

http://www.bos-antennen.de/produkte/antennen/motorradantennen„PROCOM hat Motorradantennen in 1/2 Wellentechnik entwickelt, die gegengewichtsfrei wirken und somit direkt auf die Kunststoff-Flächen von Krädern montiert werden können. So wird eine bestmögliche Anpassung und Rundstrahlung ohne nennenswerte Welligkeitsschwankungen erzielt.“

Antennenmontage mit Winkeln, Laschen, Lochschienen am Motorrad, Moped, Roller an:

  • Funkkoffer
  • TopCase, Seitenkoffer
  • Bugbügel (Aufhängung, Sturzfangbügel)
  • Heck (Soziusgriff, Topcasehalterung, Seitenkofferhalterung, spezielle Motorrad-Antennenhalterungen zur Montage an der Kennzeichenbefestigung)
  • Antennenfuß und passender Winkel

PL-Fuß, -Stecker

  • PL ist der gängige Stecker im Mobilfunk (UHF, VHF, CB). Warum, ist hier bei Wikipedia gut erklärt ?
  • Hochwertiger PL-Stecker mit vergoldetem Mittelstift! Der hat dann auch gut Kontakt.

Helmsprechset

(folgt)

PTT-Taste

Kabellose Sendetasten

Kabelgebundene Sendetasten

wasserfeste PTT-Tasten

Mikrofone, Kehlkopfmikrofon!

Die meisten Helmsprechsets haben ein Schwanenhalsmikrofon mit Windrauschschutz. Ein echter Geheimtipp jedoch sind Kehlkopfmikrophone! Sie sind ideal für laute Umgebungen (Motorrad: Windgeräusche) und auch bei Panzerfahrern verbreitet. Sie greifen die Sprechschwingung direkt am Kehlkopf ab, Störgeräusche sind somit ausgeblendet. Das funktioniert erstaunlich gut! Gute Einsatzmöglichkeit ist auch beim Paragliding und Gleitschirmsport.

Rechtliches

Nach vorliegenden Infos muss die Antenne wohl ein E-Prüfzeichen haben wegen der Einstrahlung in die Bordelektronik.
Funken ist vermutlich gleich dem Auto erlaubt während der Fahrt. (Angaben ohne Gewähr!) Fragen Sie im Zweifel einen Fachanwalt für Verkehrsrecht. Alle Angaben ohne Gewähr. Nutzung der Informationen auf eigene Gefahr. Ich übernehme keine Haftung für Unfälle, Schäden und Verkehrsverstöße oder Strafverfahren, wenn Sie auf Grundlage dieser Informationen hier ein Funkgerät auf Ihrem Moped, Roller, Mofa oder Motorrad betreiben. Wollen Sie an Ihrem Kraftrad (Mofa, Moped, Motorrad oder Roller) ein Funkgerät betreiben, so fragen Sie bitte bei den zuständigen Stellen (DEKRA, TÜV, Fahrerlaubnisbehörde, Verkehrspolizei) nach, oder beraten sich mit einem Fachanwalt.

2 Kommentare auf “Projekt „Funkkrad“ – Funk auf dem Motorrad”

  1. […] über Funk auf dem Motorrad haben wir auf einer eigenen Seite […]

  2. […] faszinierenden Thema Motorradfunk – Funk auf dem Motorrad haben wir eine eigene Seite gewidmet. Hier stellen wir nun speziell das Motorradfunkgerät Yaesu […]

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